Ab 100 Franken: Immobilien-Investitionen per Mausklick

Ab 100 Franken: Immobilien-Investitionen per Mausklick

CROWDLITOKEN ist ein Liechtensteiner Startup, das Investoren via Blockchain-Technologie Zugang zu europäischen Core-Immobilien verschafft. Die Grundlage bilden immobiliengebundene Security Tokens – genannt «CRTs» – die einer digitalen Repräsentation einer Anleihe entsprechen und eine Rendite zwischen 5-7% abwerfen. Domenic Kurt, CEO von CROWDLITOKEN im Interview.

Herr Kurt, Sie wollen mit CROWDLITOKEN Immobilien-Investitionen für jedermann zugänglich machen. Ab 100 Franken ist man dabei, Sie stellen jährliche Netto-Renditen von 5%-7% in Aussicht. Wie soll das funktionieren?
Domenic Kurt: Wer ein Mehrfamilienhaus alleine besitzt, der erzielt Renditen zwischen 10-15% auf sein Eigenkapital, je nach Fremdfinanzierung. Bei CROWDLITOKEN haben wir einen Anteil an Fremdfinanzierung von 50-60%, der Investor profitiert von attraktiven Konditionen. In der Schweiz, die im europäischen Vergleich etwas schlechter abschneidet, werden wir Renditen von etwa 5 Prozent erzielen, in europäischen Ländern wie Österreich oder Deutschland erwarten wir tatsächlich Renditen von bis 7 Prozent. Der Immobilien-Mix aus ganz Europa gibt unserer Kundschaft die gewünschte Stabilität.

Interessenten kaufen die Beteiligung mittels einer digitalen Anleihe (genannt CROWDLITOKEN, abgekürzt CRT); sie sind nicht Miteigentümer der Immobilie, sondern Anleger. Sie sind darauf angewiesen, dass der Sekundärmarkt an einer der digitalen Börse funktioniert. Wie gross ist die Chance, dass CRT auch ohne Verluste in eine Fiat-Währung zurückgetauscht werden können?
Wir müssen differenzieren, dass CRT keine Kryptowährung, sondern ein digitales Wertpapier ist. Wertpapiere sind gekoppelt mit realen Werten, in unserem Fall mit Immobilien. Natürlich kann der Wert eines CRT schwanken, aber wir reden hier von einer sehr stabilen Immobilien-Anlage. Die Stuttgarter Börse hat übrigens als erste Börse in diesem Monat ein digitales Produkt gehandelt. Die technischen Vorbereitungen zur Digitalisierung laufen auch bei anderen Börsen auf Hochtouren. So wird auch die SDX im 2020 ins digitale Geschäft einsteigen können. Und bei unserem Bankpartner Swissquote, wo CRT angeboten wird, existiert dieser Sekundärmarkt zwischen den Kunden bereits.

Die anfängliche Euphorie um ICOs (Initial Coin Offerings) ist nach einigen Flops und Betrügereien ziemlich abgeflaut. Wie wollen Sie Anleger bei ihrem Token überzeugen, dass das Risiko kleiner geworden ist?
Der Verkauf von CRT ist von der Finanzmarktaufsicht gebilligt, wir bewegen uns in einem rechtlichen Rahmen, den ICO’s zu keinem Zeitpunkt zu berücksichtigen hatten. Wir erfüllen also Anforderungen an Compliance-Strukturen, haben einen professionellen Verwaltungsrat, dem seit Oktober beispielsweise auch der ehemalige CSFinanzchef Renato Fassbind angehört. Und sollten wir unser Zeichnungsziel von 45 Millionen Tokens letztlich nicht erreichen, so erhält jeder Investor sein Geld vollumfänglich zurück. Das Risiko des Investors ist bis zum Softcap praktisch null.

Sie haben kürzlich die Zeichnungsfrist für den Softcap, wo Sie 45 Millionen Tokens verkaufen wollen, bis auf Mitte April 2020 verlängert. Ist das ein Zeichen, dass das Angebot von CROWDLITOKEN vom Markt bisher noch nicht so gut aufgenommen wurde?
Der Markt hat schon vorher viele Immobilienprodukte gekannt – wir haben mit CRT einfach ein ganz neues Anlageprodukt geschaffen, das insbesondere den Retailkunden den Einstieg ermöglicht. Unser ganzer Prozess wickelt sich digital, also online ab. Zunächst konnte man nur via Desktop in CRT investieren, weil es technisch noch keine anderen Möglichkeiten gab. Nun haben wir seit Mitte Dezember auch eine mobile Lösung und reagieren somit auf die Gewohnheiten der potentiellen Kundschaft.

Bei vielen digitalisierten Prozessen spielen mobile Plattformen wie Smartphones eine zunehmend wichtige Rolle bis hin zu «mobile first». Welchen Stellenwert hat Mobile bei CROWDLITOKEN?
Der ist extrem hoch. Wir haben gemessen, dass rund 70 % der Besucher unserer Website über Smartphones und Tablets verbunden waren. Mit mobilen Geräten konnten sie leider noch nicht investieren, sie hätten auf den Desktop zurückgreifen müssen – doch viele Menschen haben diese Geräte gar nicht mehr. Also hat unser Team innert weniger Wochen eine Software entwickelt, das diesem klaren Trend gerecht wird. Wir versprechen uns von dieser technischen Anpassung, die übrigens einer Weltneuheit gleichkommt, einen Schub bei den Zeichnungen.

Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein FMA hat Ihnen einen Zugang zu Europa ermöglicht, und auch die Immobilien-Auswahl soll europäisch sein. Wer bestimmt, welche Immobilien zugekauft werden? Und wie frei ist der Investor, seine digitalen Anleihen zu platzieren?
Es ist für den Kunden letztlich entscheidend, welche Immobilien wir kaufen. Dafür braucht es viel Knowhow, das wir in einem kompetenten Immobilien-Ausschuss vereint haben. Dieser Ausschuss bestimmt im Auftrag des Verwaltungsrats die Strategie, nach der letztlich die Objekte eingekauft werden. Ich rechne damit, dass wir – ein erfolgreicher Softcap bis Mitte April vorausgesetzt – in einem Jahr rund 10-15 Liegenschaften aus der Schweiz, Deutschland und Österreich im Portfolio anbieten können. Der Investor kann seine Tokens dann beliebig platzieren, auf verschiedene Objekte aufteilen und stets wieder auswechseln. Das Motto mit dem Mobilgerät lautet nun – jederzeit und überall.

Im November hat Swissquote den CRT in ihr Angebot aufgenommen und dadurch für Anleger eine eigene digitale Brieftasche (Wallet) überflüssig gemacht. Was versprechen Sie sich von dieser Zusammenarbeit, welche weiteren Kooperationen planen Sie?
Swissquote war für uns ein Meilenstein. Kunden, die keine digitalen Wallets wollen, haben damit eine Lösung erhalten. Swissquote übernimmt die CRT-Aufbewahrung für ihre Kunden. Unser Ziel war und ist es ja, die alte und die neue Finanzwelt zu verbinden – Swissquote ist dafür ein Symbol. Wir werden in den nächsten Monaten weitere Kooperationen mit Banken und Finanzdienstleistern eingehen. Wir spüren, dass die Zusammenarbeit mit Swissquote eine Sogwirkung auf andere Dienstleister hat.